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"Urologische FACHKOMPETENZ für Ihre Gesundheit"
Botox für die Blase

Behandlung der überaktiven Blase mit Botulinumtoxin Typ A (Botox®)


Sehr geehrte Patientin, sehr geehrter Patient,


an dieser Stelle möchten wir Sie umfassend über die Behandlungsmöglichkeit einer überaktiven Blase mit Botulinumtoxin A informieren.

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Gerne können Sie sich alle notwendigen Unterlagen bereits vor Ihrem Besuch bequem von zu Hause herunterladen, ausdrucken und ausfüllen.

 
DIE ÜBERAKTIVE BLASE:


Die Harnblase ist ein Hohlorgan, das in erster Linie aus einem kräftigen Eingeweide - Muskel besteht, der innen mit einer dünnen Schleimhaut und außen mit einer Schicht Fettgewebe umgeben ist.

Dieser Muskel hat zwei Funktionen: In der Füllungsphase der Harnblase soll er sich zunehmend ausweiten, damit die Harnblase Urin aufnehmen kann. Bei der Blasenentleerung soll er sich zusammenziehen, um den Urin auszutreiben. Dehnungsmesser in der Blasenwand melden zudem ständig dem Gehirn Informationen über den Zustand der Blasenfüllung. Allerdings kann das Gehirn über lange Zeit für uns das Gefühl von Harndrang unterdrücken. So merken wir erst bei mittelvoller Harnblase erstmals Harndrang. Erst wenn unser Gehirn die Blasenentleerung zulässt, "erlaubt" das Gehirn der Blase, sich zu entleeren.

Das Zusammenspiel zwischen Blase und Gehirn wird durch unser Nervensystem gewährleistet. Dieses geschieht über Nervenbahnen, das Rückenmark und den Hirnstamm.

Eine Vielzahl von Erkrankungen kann daher zu einer überaktiven Blase führen, zum Beispiel:

  • Erkrankungen des Nervensystems, z.B. Morbus Parkinson, Multiple Sklerose, Querschnittsverletzung
  • Erkrankungen des Blasenmuskels oder der Schleimhaut, z.B. Infektion, Interstitielle Zystitis, Schrumpfblase
  • In vielen Fällen lässt sich jedoch keine eindeutige Ursache finden. Oft liegt eine Überempfindlichkeit für Harndrang vor oder man findet einen Blasenmuskel, der sich verfrüht zusammenzieht, also noch vor vollständiger Blasenfüllung. Man spricht in diesen Fällen von "Reizblase"

Verhaltenstraining, Urotherapie

Grundlage einer erfolgreichen Behandlung einer überaktiven Blase ist die Regulation der Trinkmenge sowie der Intervalle der Toilettengänge. Voraussetzung ist hier das Führen einer Trink- und Miktionsprotokolls.

Medikamentöse Therapie

Am wirksamsten zeigt sich hier eine Therapie mit sog. "Anticholinergika". Diese Medikamente hemmen die Impulsübertragung zwischen Blasenwand und dem Nervensystem: Der Harndrang wird reduziert, die Häufigkeit der Toilettengänge sowie Inkontinenzepisoden verringern sich. Bedauerlicherweise handelt es sich hier um eine systemische Therapie. Oft führen Nebenwirkungen wie Mundtrockenheit, Sehstörungen und Darmträgheit zu einem Therapieabbruch.

Botulinumtoxin (produziert vom Bakterium Clostridium botulinum) ist in hohen Dosen ein schweres Nervengift, was die Signalübertragung zwischen Nerven und Muskeln blockiert. Sehr niedrig dosiert steht das Botulinumtoxin Typ A als Medikament zur Verfügung (Botox®). Lange Zeit wird es bereits zur Behandlung von Muskelspastiken erfolgreich verwendet. Auch alternde Stars und Sternchen schwören auf die muskelentspannende Wirkung des Medikamentes im Gesicht zur Behandlung von Falten.

Ende der 90er Jahre erfolgte erstmals eine Injektionsbehandlung der Blasenmuskulatur mit Botulinumtoxin A - damals zur Lähmung eines spastisch gelähmten Blasenmuskels bei Querschnittslähmung. Dieses galt lange Zeit als einzige Indikation in der Urologie. Durch zunehmende Reduktion der Injektionsdosis ist es mittlerweile seit vielen Jahren möglich, auch eine überaktive Blase erfolgreich zu behandeln.

Wirkungsweise

Botulinumtoxin setzt sich an die Nervenendigungen in der Blasenmuskulatur und blockiert so die Signalübermittlung zur Blasenwand. Der Blasenmuskel kann sich nicht mehr übermäßig zusammenziehen. Auch die Übermittlung von Harndranggefühl wird reduziert.

In ca. 80% der Behandlungen zeigen sich etwa 14 Tage nach Injektion eine Verringerung der Toilettengänge sowie eine deutliche Reduktion des Harndranggefühls, Inkontinenzepisoden werden weniger oder verschwinden vollends. In 20% der Behandlungen kann nach Erfolglosigkeit eine 2. Behandlung zum gewünschten Erfolg führen. "Therapieversager" finden sich nur in Ausnahmefällen.

Der Vorteil dieser Injektionstherapie ist, dass es sich hier um eine örtliche Therapie handelt- systemische Nebenwirkungen sind also nicht zu erwarten. Sehr selten kann es jedoch durch eine übermäßige Beruhigung der Blasenwand zu vorübergehenden Blasenentleerungsstörungen kommen, die jedoch nur ausnahmsweise eine vorübergehende Katheterbehandlung (Intermittierender Selbstkatheterismus) nach sich zieht. Eine Blasenentzündung ist ebenfalls eine seltene Komplikation. Extrem selten sind allgemeine Wirkungen des Medikamentes, wie Müdigkeit, Muskelschwäche oder eine allergische Reaktion.

Voruntersuchungen

Voraussetzung für eine Injektionsbehandlung mit Botulinumtoxin A ist die vorherige erfolglose Therapie mit Medikamenten, die entweder wirkungslos war oder wegen Nebenwirkungen beendet werden musste. Um sicherzustellen, ob Betroffene für eine Injektionsbehandlung mit Botulinumtoxin A geeignet sind, wird zunächst eine Urinuntersuchung sowie ein Ultraschall des Harntraktes durchgeführt. Eine Blasendruckmessung (Urodynamik) soll überprüfen, wie groß das Fassungsvermögen der Blase ist und eine gleichzeitig bestehende Blasenentleerungsstörung ausschließen. Eine Blasenspiegelung muss ebenfalls vor der Injektionsbehandlung erfolgen, um andere organische Erkrankungen der Blase (z.B. Infekt, Blasentumor, Blasenstein) auszuschließen.

Durchführung der Injektion

In der Vergangenheit wurde die Injektionsbehandlung fast ausschließlich unter stationären Bedingungen in Narkose durchgeführt. Danach erfolgte eine Dauerkatheterbehandlung über bis zu 7 Tage.

Das ist nach nunmehr ausreichender Erfahrung mit dieser Therapie mittlerweile in den meisten Fällen nicht mehr nötig. Wir bieten diese Behandlung in unserer Praxis in örtlicher Betäubung an. Eine Kathetereinlage nach Injektionsbehandlung ist in aller Regel auch nicht mehr erforderlich.

Am Behandlungstag wird zunächst über einen Einmalkatheter ein örtliches Betäubungsmittel in die Blase eingefüllt und dort für ca. 20 Minuten belassen. Danach erfolgt nach örtlicher Betäubung der Harnröhre eine Blasenspiegelung, die insbesondere bei Männern mit einem dünnen flexiblen Instrument durchgeführt wird. Über den Arbeitskanal des Instrumentes wird eine Injektionsnadel in die Blase eingeführt. An 10-20 Stellen der Blase erfolgt dann das Einspritzen von Botox® in den Blasenmuskel. Die Behandlung dauert etwa 10 Minuten. Nach einer kurzen Beobachtungszeit können Sie die Praxis wieder verlassen und kommen am Folgetag zur Kontrolle. Nach etwa 14 Tagen ist mit dem vollen Wirkungseintritt der Behandlung zu rechnen.

Die Wirkungsdauer einer Injektionstherapie mit Botulinumtoxin A beträgt ca. 6 Monate, gelegentlich auch kürzer oder länger, was individuell sehr verschieden ist. Danach kann die Injektionsbehandlung wiederholt werden.

Kostenübernahme

Die Injektionsbehandlung der Harnblase mit Botulinumtoxin A wird von allen gesetzlichen und privaten Krankenkassen übernommen.

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KONTAKT

Urologisches Kompetenzzentrum Hochfranken
Fachärzte für Urologie - Dr. med. Jens Kühn, Christoph H. Bauer

Eppenreuther Str. 28 • 95032 Hof/Saale

Tel.: 09281 / 91487 • Fax: 09281 / 96910 • E-Mail: info[at]ukh-hof.de

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Praxisurlaub:
am 08.05.2024

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Tel.: 09232/63871

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