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Hormonmangel - Wechseljahre des Mannes

Androgene sind die „männlichen Hormone“ unseres Körpers. Hierbei spielt das „Testosteron“ die Hauptrolle. Sie werden überwiegend im Hoden gebildet, nur ein kleiner Teil entstammt den Nebennieren. Testosteron wird dabei „pulsatil“ in das Blut abgegeben, das heißt, der Hormonspiegel im Blut unterliegt Tagesschwankungen: morgens zwischen 8 und 10 Uhr ist er am höchsten und fällt zu den Nachmittag- und Abendstunden wieder ab.

Üblicherweise bringt man mit den Androgenen vor allem deren Einfluss auf die „Männlichkeit“ in Zusammenhang. Tatsächlich bestehen jedoch sehr komplexe Wirkungsweisen auf viele unterschiedliche Organsysteme und Gewebe:

Knochen: Androgene stimulieren die Einlagerung von Kalksalzen in die Knochen, was für die Festigkeit der Knochen wichtig ist.

Muskulatur: Unter dem Einfluss von Testosteron wird Muskulatur aufgebaut- eine regelmäßige körperliche Aktivität vorausgesetzt, kann die Muskelmasse zunehmen.

Fettgewebe: Androgene regulieren auch den Auf- und Abbau von Fettgewebe sowie die Verteilung des Fettgewebes am Körper. Auch wirken sie positiv auf Blutfette.

Blutbildung: Testosteron stimuliert die Bildung der roten Blutkörperchen. Damit werden die Sauerstoffträger im Blut vermehrt, was zu einer besseren Leistungsfähigkeit führt.

Haare: Androgene beschleunigen das Wachstum der Körper- und Barthaare. Auf der anderen Seite werden sie verantwortlich für den altersbedingten Ausfall der Haupthaare gemacht.

Psyche und Lustempfinden: Stimmungslage, Konzentrations- und Merkfähigkeit werden durch Testosteron positiv beeinflusst, genauso wie das sexuelle Lustempfinden und die Erektionsfähigkeit

Ab dem 45. Lebensjahr kommt es bei etwa jedem 10. Mann zu einer Abnahme der Menge der männlichen Hormone im Körper. Risikofaktoren hierfür sind zum Beispiel verminderte körperliche Aktivität, Fettleibigkeit, Diabetes mellitus und das sogenannte metabolische Syndrom. Hier beträgt die Wahrscheinlichkeit für die Entstehung eines Hormonmangelsyndroms bis zu 40%.

Primärer Hypogonadismus: Hier liegt die Ursache in einer verminderten Produktion männlicher Hormone in den Hoden, z.B. durch eine krankheitsbedingte Verkleinerung der Hoden (z.B. nach Entzündung), eine Fehlanlage der Hoden (z.B. bei unbehandeltem Hodenhochstand) oder nach Hodenverlust (z. B. infolge eines Tumors oder eines Unfalls). Eine seltene Ursache ist hier das „Klinefelter - Syndrom“, bei dem infolge eines Gendefektes (das X- Chromosom liegt doppelt vor) nur sehr wenig männliches Hormon produziert wird.

Sekundärer Hypogonadismus: Hier wird prinzipiell gesundes Hodengewebe zu wenig zur Hormonproduktion stimuliert. Dieses geschieht üblicherweise durch Hormone aus der Hirnanhangdrüse und aus dem Gehirn.

Ein männliches Hormonmangel- Syndrom fängt meist langsam und schleichend an. Erste Anzeichen können Sexualprobleme, Stimmungsschwankungen, Kraft- oder Lustlosigkeit sein. Aber auch innere Unruhe, Konzentrationsstörungen, Glieder- und Gelenkschmerzen, Hitzewallungen, Schweißausbrüche und Schlafstörungen können auftreten.

Erst später machen sich die vielfältigen Einflüsse der Androgene auf Organsysteme und Stoffwechsel bemerkbar: Es kommt zu einer Abnahme der Muskelmasse sowie einer Entmineralisierung der Knochen (Knochenschwund, Osteoporose). Die Form der Körperbehaarung kann sich verändern. Fettgewebe kann aufgebaut werden, die Entstehung eines Diabetes mellitus wird begünstigt. Die Konzentration der Blutfette kann steigen, hierdurch können durch Blutgefäßverkalkungen Herz-/ Kreislauferkrankungen entstehen.

Insbesondere die Zusammenhänge zwischen Androgenen und dem sogenannten „Metabolischem Syndrom“ (=Fettleibigkeit, Diabetes mellitus, Herz-/ Kreislauferkrankungen) sind aktuell Gegenstand intensiver Forschungen

Eine Früherkennung eines männlichen Hormonmangels gibt es nicht. Sollten sich Beschwerden ergeben, die auf einen Mangel an Testosteron schließen lassen, stehen uns wissenschaftlich geprüfte Fragebögen zur Verfügung, wie z.B. der „AMS-Fragebogen“ („AMS“ bedeutet aging male symptoms, übersetzt: Beschwerden des alternden Mannes). Derartige Fragebögen vermögen zwar sehr sensibel einen möglichen Verdacht auf einen Hormonmangel aufzudecken, die Aussagekraft ist jedoch dadurch eingeschränkt, dass sie nicht sehr spezifisch sind: Trotz hoch positivem Ergebnis besteht also weiterhin nur der Verdacht auf einen Hormonmangel, genauso könnten aber auch andere Krankheiten hinter den Beschwerden stecken, wie z.B. eine Depression oder organische chronische Krankheiten.

Zur Sicherung der Diagnose erfolgt daher bei positivem Fragebogen ein Bluttest, in dem der männliche Hormonstatus bestimmt wird. Dazu gehört nicht nur die Konzentration von Testosteron, sondern unter anderem auch die Bestimmung der Hormone, die die Bildung von Testosteron stimulieren.


Da die Konzentration der Androgene im Körper starken Schwankungen ausgesetzt sind, sind zur Diagnose eines Hormonmangelsyndroms mindestens zwei Blutproben im Abstand von 4-6 Wochen erforderlich.

Die Produktion des männlichen Hormones ist unter anderem auch abhängig von der Lebensführung: Körperliche und sexuelle Aktivität sowie eine gesunde Ernährung führen zu einer Erhöhung des Testosteronspiegels im Blut. Im Umkehrschluss kann man mit einer gesunden Lebensweise der Entstehung eines männlichen Hormonmangels vorbeugen.

Ernährungstipps

Prinzipiell sollte ein normales Körpergewicht erhalten oder erreicht werden. Dieses wird dadurch erreicht, dass nie mehr Energie aufgenommen, als tagsüber verbraucht wird.

Günstig wirkt sich eine ausgewogene ballaststoffreiche Mischkost aus mit viel Gemüse und Obst.

Auf übermäßigen Fleischkonsum sowie den übermäßigen Konsum von Süßspeisen sollte verzichtet werden.

Insgesamt sollte eine fettarme Ernährung erfolgen, wobei der Genuss von pflanzlichen Fetten dem Genuss tierischer Fette zu bevorzugen ist.

Flüssigkeitsaufnahme ca. 2 Liter pro Tag, diese Flüssigkeit sollte sich überwiegend aus Mineralwasser und ungesüßten Getränken zusammensetzen. Alkohol sollte nur in Maßen konsumiert werden.

Körperliche und sexuelle Aktivität.

Aktive Männer haben nachweislich einen höheren Hormonspiegel. Sportliche Betätigung, wie zum Beispiel Jogging, Radfahren, Schwimmen oder Fitnesstraining, wirkt sich positiv auf Psyche und Hormonaktivität aus. Sollten körperliche Beeinträchtigungen Sie von sportlicher Aktivität abhalten, sind zum Beispiel Spaziergänge oder auch eine auf Sie abgestimmte Krankengymnastik immer noch besser, als in einer überwiegend sitzenden Position zu verharren.

Auch regelmäßige sexuelle Aktivität fördert den männlichen Hormonspiegel. Längere sexuelle Karenz kann nachweislich langfristig zu einem Absinken des Testosterongehaltes im Blut und damit zu sexueller Lustlosigkeit führen.

Sollte eine Veränderung der Lebensweise keinen ausreichenden Erfolg haben, kann eine Hormon- Ersatztherapie eingeleitet werden. Das männliche Hormon kann auf verschiedene Weise dem Körper zugeführt werden. Am häufigsten kommt eine Anwendung über die Haut zum Einsatz, bei der einmal täglich ein Gel auf bestimmte Hautareale aufgetragen wird. Alternativ können Depotspritzen in einen Muskel verabreicht werden, die dann über 1-3 Monate wirksam sind.

Vorteil der Gel- Applikation ist eine physiologische Schwankung des Testosteronspiegels im Tagesverlauf sowie die bessere individuelle Dosierbarkeit. Nachteil sind gelegentliche Hautreizungen an der Applikationsstelle. Eine Depot- Spritze hält länger an, die physiologischen Tagesschwankungen des Hormons sind aber nicht mehr vorhanden. Auch halten Nebenwirkungen natürlich länger an.

Bereits 6 Wochen nach Beginn einer Hormonersatz- Therapie kann sich das sexuelle Lustempfinden verbessern, eine depressive Verstimmtheit wird gelöst und die Aufmerksamkeit gesteigert. Erste Veränderungen der Fettmasse und der Muskelmasse und –kraft lassen sich nach 12 Wochen feststellen. Erst danach bilden sich Blutfette zurück und eine Zuckerkrankheit wird positiv beeinflusst. Eine Verbesserung der Knochendichte sowie eine Verbesserung von Herz-/ Kreislauferkrankungen ist in aller Regel nach 6-12 Monaten Dauerbehandlung zu erwarten.

Eine Hormon- Ersatztherapie mit Testosteron kann nicht sicher den natürlichen Blutspiegel ersetzen: Zum einen schwankt die Konzentration im Blut im Verlaufe des Tages, zum anderen unterliegt die Ausschüttung des Hormons einem natürlichen „Rückkopplungs- Mechanismus“: Ist zu viel da, wird die Neubildung durch Regulationshormone (LH, FSH) gebremst. So wird ein zu hoher Hormonspiegel im Blut vermieden. Führt man jedoch dieses Hormon von außen zu, können zeitweise höhere Blutkonzentrationen auftreten, was die möglichen Nebenwirkungen einer Testosteron- Ersatztherapie erklärt:

Die Prostata kann sich vergrößern.

Durch die Stimulation der Blutbildung kann es zu einem erhöhten Anteil roter Blutkörperchen kommen, wodurch das Blut „eindickt“.

Vor allem bei Männern mit Übergewicht und obstruktiver Atemwegserkrankung kann ein bestehendes Schlaf- Apnoe- Syndrom (Atemaussetzer im Schlaf) sich verschlechtern.

Selten kommt es zu einer Vergrößerung der Brustdrüsen (Gynäkomastie).

Testosteron und Prostatakrebs

Bekannt ist die stimulierende Wirkung von Androgenen auf das Wachstum der Prostata. Auch Prostatakrebs wird in seinem Wachstum durch männliches Hormon gefördert. Lange Zeit wurde daraus abgeleitet, dass unter einer Hormonersatz- Therapie demzufolge nicht nur das gutartige Wachstum der Prostata stimuliert wird, sondern auch die Entstehung von Prostatakrebs. Neue Untersuchungen, wie z.B. die RHYME- Studie (Registry of Hypogonadism in Men), ergaben dahingegen, dass eine Hormonersatztherapie mit Testosteron nicht die Häufigkeit von Prostatakrebs erhöht, wobei jedoch noch Langzeitergebnisse ausstehen.

Testosteron löst also nicht das Wachstum von Prostatakrebs aus. Ist ein bisher unentdeckter Prostatakrebs hingegen ausgebrochen, wird sein Wachstum durch Androgene gefördert. Daher sollte weiterhin unter einer Hormonersatztherapie eine engmaschige Vorsorgeuntersuchung auf Prostatakrebs erfolgen.

Voraussetzungen für eine Hormonersatztherapie

Voraussetzung für die Einleitung einer Testosteron- Ersatztherapie ist eine engmaschige Therapiekontrolle. Hierbei wird der männliche Hormonspiegel kontrolliert und das Blutbild, um eine Eindickung des Blutes rechtzeitig zu erkennen. Zudem werden regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen auf Prostatakrebs inklusive dem PSA - Test durchgeführt.

Sollten bereits Prostataerkrankungen vorliegen (z.B. Prostatakrebs oder eine gutartige Vergrößerung der Prostata, die das Wasserlassen behindert), muss von einer Hormonersatztherapie abgeraten werden.

Auch wenn ein schweres oder unbehandeltes Schlaf - Apnoe - Syndrom vorliegen sollte oder wenn das Blut zu dickflüssig ist, sollte keine Testosteron - Therapie erfolgen.

Testosterontherapie und unerfüllter Kinderwunsch

Wer unter einem unerfüllten Kinderwunsch leidet, darf ebenfalls keine Hormonersatztherapie durchführen: durch das von außen zugeführte Testosteron wird die Ausschüttung der beiden „Regulations - Hormone“ LH und FSH gehemmt, die nicht nur die Bildung des körpereigenen Testosteron stimulieren, sondern auch die Bildung und Reifung der Samenzellen.

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